13. September. Ganz früh morgens- es geht nach Noto. Südostsizilien bzw. Val di Noto, wie es die Araber nannten, obwohl der Süden von Sizilien im Machtbereich der Griechen lag . Noto gehört zur Provinz Syrakus und wurde ebenso wie die Schokoladenstadt Modica nach dem Erdbeben von 1693 im Stil des typischen sizilianischen Barocks wieder neu aufgebaut. Seit 2002 gehört Noto, so wie weitere Ortschaften im Val die Noto, wie Modica, Ragusa, Scicli, Caltagirone, Catania, Militello in Val di Catania (unser Geburtsort) und Palazzolo Acreide zum UNESCO Welterbe.
In Noto angekommen, parken wir das Auto etwas weiter weg von unserem Ziel, der Hauptstraße Viale Marconi. Der Fußweg dorthin, nun ja, nicht sehr barock, aber dann gehen wir durch das schon sehr beeindruckende Stadttor Porta Reale hindurch und ...oh man! Man staunt. Eine hochgeputze, filmkulissenartige Stadt stellt sich zur Schau. Verschwenderische Verschnörkeleien in Ocker- Gold- und Orangetönen. Geschwungene Balkone, verzierte Konsolen, Löwen, Sirenen und andere mythologische Figuren, Monumentaltreppen und dreiläufige Prunktreppen, Stuckornamentik, Kuppelgewölbe, Schmuckdetalis und konvexe und konkave Fassaden hier und dort und überall wohin man sieht.
Wir brauchen eine Staunpause und gehen ins Caffè Sicilia am Corso Vittorio Emanuele . Hier gibt es -so sagt man- das beste Eis der Welt (oder des Universums). Wir bestellen Granita und was soll ich sagen, ich kann mich bis heute nur noch an den Preis erinnern.
Dennoch ist dieses Caffè wegen seiner großen und außergewöhnlichen Süßspeisenauswahl ein Besuch wert, vor allem wegen Corrado Assenza, dem Konditormeister des Caffès mit dem ausdrucksvollen Gesicht.
So schön Noto auch ist, die Hauptstrasse ist natürlich eine Touristenhochburg. Erstaunlich aber, dass die Geschäfte an diesem Sonntag schon am frühen Nachmittag die Türen schließen.
Und da wir uns immer noch in der Region der Monti Iblei befinden, gab es an den wunderschönen Landstraßen mit den niedrigen sehr dekorativen Steinmauern auch viele Johannisbrotbäume.
In Modica angekommen, ist der erste Eindruck bzw. die erste Einbildung: Fenster, die einen anschauen und beobachten.
Die strategische Lage, machte diese Stadt, die zur Provinz Ragusa zählt, im Mittelalter und in der Renaissance zu einer der wichtigsten Städe Siziliens.
Man könnte sagen, dass die Stadt in den Felsen gehauen ist. Etwas komisch und ungewohnt ist es schon, links und rechts hohe Felswände zu spüren (ja, man sieht sie nicht nur, man spürt sie), die den Horizont versperren. Treppen verbinden Modica Alta, die Oberstadt mit Modica Bassa, der Unterstadt. Und auch hier gibt es viele Schätze des Sizilianischen Barocks zu bestaunen, wie z.B. den Dom von Modica.
Aber wir sind hier wegen der Schokolade, die noch nach sehr alter Tradition hergestellt wird.
Seit der Zeit der Azteken hat sich in der Herstellung nichts geändert. Die Schokolade aus Modica ist daher nicht vergleichbar mit moderner zartschmelzender Schokolade. Der Kakaopulver wird in Modica nicht wie gewohnt mit dem Zucker sehr fein vermahlen, sondern nur die Kakaobohnen grob gemahlen und später bei geringer Temperatur mit Zucker verschmolzen. Es bleibt sozusagen eine grobe Schokolade mit sichtbaren und an den Zähnen spürbaren Zuckerkristallen. Der absolute Schokoladenursprung mit außergewöhnlichen Aromarichtungen. Unter anderem z.B. zensero (Ingwer) oder carruba (Johannisbrot)
In Deutschland erst seit ein paar Jahren auf den Markt, gibt es hier in Modica die Schokolade mit Peperoncino schon sehr lange.
In Deutschland erst seit ein paar Jahren auf den Markt, gibt es hier in Modica die Schokolade mit Peperoncino schon sehr lange.
Eine außergewöhnliche Spezialität aus Modica sind auch die mpanatigghi, Teigtaschen mit Schokolade und Fleisch gefüllt, die es leider an diesem Tag nicht gab.
Weniger ungewöhnlich, aber auch sehr gut und mal völlig ohne Schokolade war dann eben dafür eine gefüllte Teigtasche mit der Kombination Ricotta und Salsiccia.
Weniger ungewöhnlich, aber auch sehr gut und mal völlig ohne Schokolade war dann eben dafür eine gefüllte Teigtasche mit der Kombination Ricotta und Salsiccia.
Hier erhalten Sie Schokolade aus Modica: siciliacountry und sogar die mpanatigghi. (Süß ist auch das Deutsch auf dieser Seite, vor allem die Stickerrei auf der Raviola).
Und wir fahren erst mal durch wundervolle Landschaften wieder zurück.













