Donnerstag, 19. November 2009

Reiseunterbrechung mit "ogghiu i pani"






Bevor es mit der Reise weiter geht - müssen wir auch wieder mal etwas essen!
Brot und Olivenöl bzw. Brot mit Olivenöl oder auch Olivenöl mit Brot. "Kein italienisches Olivenöl wurde so oft ausgezeichnet wie dieses! [...] Die Ölsäure beträgt nur 0,1%!" Klar, dass wir dieses sizilianische Olivenöl unbedingt probieren müssen. Und ein guter Grund sofort mit dem Brotbacken zu beginnen!














Tatsächlich schmeckt dieses Olivenöl "sanft" auf Grund seiner geringen Säure.
Zumindest am Anfang wirkt dieses Öl besänftigend. Dann aber -ganz unerwartet und etwas verspätet- schlägt das typisch Bittere sich durch den grasigen Artischockengeschmack doch noch durch und zeigt einen weiteren Charakterzug. Das sehr schick gekleidete Ravidá, das aus der Südwestküste Siziliens kommt, könnte ein neuer Küchenbewohner werden.

Aber es wäre kein ausgiebiges "Olivenölessen", wenn man nur ein Olivenöl neben seiner Salzmühle stehen hätte. Ich kann also nur empfehlen: backen Sie Brot (mit den Händen), kaufen Sie sich eine Probepackung mit verschiedenen Olivenölen und schmecken Sie los!









Schöne Olivenöl-Probierpackete mit einem feinen Keramikschüsselchen gibt es z.B.auch beim Olivenölkontor

Donnerstag, 12. November 2009

Tag 2: Nach Ferla zu den Sikulern!





12.September 2009. Heute geht es nach Ferla und somit zu den Monti Iblei. Die Region des Johannisbrotbaumes. Es wird der schönste Tag, denn hier scheint es etwas zu geben, das schwer in Worte zu fassen ist.

Die Straßen werden holpriger, enger und die Gegend immer stiller und friedlicher. Und dann auf einmal, ganz tief drin in den Monti Iblei, erscheint eine kleine Vogelart, die unser Auto mit schwimmenden Bewegungen, fast delphinengleich, begleitet. Ich vermute es ist der codibugnolo siciliano, der in dieser Gegend heimisch ist. Was für ein Vogel! Und da muß ich an Anna Giordano denken.

Und dann überall Windräder. An einer Kurve steigen wir aus. Die Atmosphäre hier oben ist unbeschreiblich schön! Man könnte hier für immer verweilen.




Aber wir fahren weiter. Nach Ferla mit seinen 2816 Einwohnern. Dieses Dorf, das zur Provinz Syrakus gehört, begrüßt ihre Besucher am Dorfeingang mit einem verwunschenen Friedhof.





In Ferla ist es ebenso ausgestorben. Sauber, ruhig, leer. Nichts hat offen. Wir können also nichts essen, nichts trinken. Das macht nervös und die Hitze an diesem Tag verschlimmert alles. Also fahren wir weiter.



Ein kleines Dorf mit reichlich Kirchen. Auf 352 Bewohner kommt eine Kirche...

Chiesa di San Sebastiano

Chiesa di Sant'Antonio Abate

Chiesa di San Giacomo

Chiesa del Carmelo

Chiesa di Santa Sofia

Convento dei Frati Minori Cappuccini

Chiesa di Santa Maria di gesù, Convento dei Frati Minori Riformati

Chiesa della Madonna delle Grazie






Es geht weiter nach Pantàlica, zu den Sikulern, zu meinen Vorfahren!




"Dann, hinter Ferla, übernehmen Gebirge und Einsamkeit die Herrschaft, mit Felsen wie kariöse Riesenzähne und Schluchten wie gewaltsame Eingravierungen der Natur - biblisch, eine Landschaft zum Fürchten. Und dann plötzlich liegen sie da, über der Cava Grande des Flusses Calcinara und dem Tal des Anapo, ein Anblick, auf den niemand vorbereitet sein kann: die Kammergräber einer gigantischen Nekropole, die Höhlen von Pantàlica - 5000 sollen es sein!

In den Felsen geschlagen von Ursizilianern, den Sikulern; die ältesten um 1270 [...]Lauter rechteckige oder quadratische Löcher, Hunderte auf einen Blick, Öffnungen wie pupillenlose Augen, teils begehbar und zu erreichen, teils - wie nur? In steile Wände geschlagen, hoch über der Talsohle, ohne jede Möglichkeit, dahin zu gelangen. Inmitten dieses Gräberbezirks lag die Hauptstadt der Sikuler. [...]Vor mir, wohin ich auch sehe, Höhlen, Höhlen, Höhlen. An den Abhängen, auf den Plateaus, in den Steilwänden.Welcher Glaube hat die Menschen bewogen, dieses Bestattungslabyrinth über ein halbes Jahrtausend auszuhauen?"

Seite 89-90
Ralph Giordano
Sizilien, Sizilien! Eine Heimkehr
Kiepenheuer & Witsch
ISBN.:978-3-462-03438-7




Wer sieht das grüne Auto?



Die Fahrt in die Monti Iblei und die Wanderung durch Pantàlica war so beeindruckend (beeindruckend über Tage hinaus), dass es mich sogar vergessen lassen hat, dass es in dieser Gegend nichts zu essen gab -außer ein paar Johannisbrote, die auf den Boden lagen, als wir unter dem Baum gingen, unter dem der einzige Mensch - außer uns- da war. Der freundlicher Wächter der Pantàlica, der ganz allein mit seinem Auto, bis Saisonende, unter einem Johannisbrotbaum seine Zeit verbringt.






Caramelle di Carrube
Johannisbrotbonbons

Aus gleichen Teilen Johannisbrot und Zucker und dem doppelten Anteil an Wasser, lassen sich die caramelle di carrube herstellen. Viel Spaß beim experimentieren!

Il carubbo = Der Johannisbrotbaum
La carubba= Die Johannisbrotbaumfrucht

Noch mehr Essenswertes aus den Monti Iblei, wie z.B. Miele di Carrubo - Johannisbrotbaumhonig, finden Sie hier: i sapori degli iblei

Dienstag, 3. November 2009

Tag 1: Grün wie...Bronte?






Am ersten Tag, es ist der 11. September 2009, geht es mit dem grellgrünen, kleinen, aber ungewöhlich breiten Leihwagen zu einem Ort auf Sizilien, dessen Hauptproduktion "grün" ist: Nach Bronte, da wo es die besten Pistazien des "Universums" geben soll.





Sie sind deshalb so gut, weil Bronte sehr nah am Etna liegt und dieser den Boden mit reichlich Nährstoffen füttert. Das ist der Vorteil, wenn man einen Vulkan als direkten Nachbarn hat. Der Nachteil ist aber, dass Bronte deshalb schon drei mal von den herabströmenden Lavamassen zerstört wurde. Dennoch zieht Bronte nicht um.








Die Pistazienstadt mit ihren ca. 19.424 Einwohnern ist ca. 53 km von Catania entfernt und gehört zur Provinz Catania. Außer Pistazien gibt es natürlich auch z.B. Sehenswürdigkeiten wie die Chiesa Madre, il Castello Nelson (bzw. il Castello di Maniace), das allerdings ca 12 km außerhalb von Bronte liegt, la Chiesa dell'Annunziata und so weiter...aber uns hat eigentlich mal wieder nur das Essen interessiert.






pesto di pistacchio, biscotti di pistacchio,
crema di pistacchio...



Arancino al pistacchio



Wenn es in einer Stadt nichts Eßbares gibt, dann gefällt mir die Stadt meist nicht und auch die Qualität des Essens beeinflusst oft mein Urteil über die Stadt. Ich muß zugeben, dass ich die Pistazien, die grünen Mandeln, die sich fast überall in den Leckerein befinden, die in den Bars angeboten werden, nicht sonderlich aromatischer fand. Vielleicht lag es an einer schlechten Ernte dieses Jahr, wie mir vor kurzem ein freundlicher schweizer Herr mitteilte, dessen Schwiegervater Pistazienplantagen in Bronte besitzt. Pistazien werden nur alle zwei Jahre im August von Hand geerntet.Somit wird es 2010 keine gute oder schlechte Ernte geben.

Was aber die Sizilianer nicht davon abhält, dennoch zu feiern: Jedes jahr ende September findet la sagra del pistacchio - das Fest der Pistazie, in Bronte statt.



Pesto di pistacchio
Pistazienpesto

1-2 Portionen



30 g ungesalzene, ungeröstete Pistazien
1 kleine Knoblauchzehe
2 EL ricotta salata (oder frische ricotta)
1 TL Minze
1 gehäufter EL Petersilie
1 gehäufter TL geröstete Pinienkerne
1/2 TL abgeriebene Schale einer unbehandelten Orangenschale
1 Spritzer Zitronensaft
Olivenöl

Zubereitung: 10 Minuten


Alle Zutaten in einen Mörser geben und gut zerstampfen. Olivenöl dazugießen und erneut zerstampfen. Die Masse sollte nicht zu trocken, und nicht zu ölig werden.

Da die ricotta salata sehr salzig ist, darf auf keinen Fall in diesem Pesto Salz verwendet werden. Wer das Salzige nicht mag, kann auch frischen ungesalzenen Ricotta oder Parmesan verwenden .



Mittwoch, 28. Oktober 2009

La Mamma Maria! in "La Sicilia"



Mamma Maria! in der großen sizilianischen Tageszeitung "La Sicilia" .




In Deutschland wurde ein Buch von Cettina Vicenzino veröffentlicht.
"Sizilianische Rezepte für Deutsche"


"Cettina Vicenzino geboren 1968 in Militello Val di Catania, in der via Baudo, emigrierte im Jahre 1972 mit ihrer Familie nach Deutschland.
Dort half "die Heilige Pizza" - im Buch als Beschützerin der Emigranten beschrieben- der Familie mit der Eröffnung eines Restaurants in Köln, zu überleben.

Im September 2009, nach Zeiten der Tätigkeit in der Kunst, der Fotografie, aber auch in der Mode, realisiert Cettina Vicenzino einen langersehnten Traum: Sie veröffentlicht im renommierten deutschen Christian Verlag das Buch "Mamma Maria- Familienrezepte aus Sizilien". Das Buchprojekt gleicht einer Reise zurück zu ihren Wurzeln.

Das Buch schenkt uns die typische Küche von Mamma Maria, die uns alte Düfte und Aromen wiedererleben läßt und die die Macht hat, die Tochter nach Hause zurück zu bringen.

Die Rezepte werden von kurzen Geschichten begleitet, geschrieben von Giusi Vicenzino, Cettina Vicenzinos älterer Schwester, die nach Jahren der Emigration nun seit 28 Jahre in Fiumefreddo von Sizilien lebt.

Ihre Geschichten helfen uns den Weg der Emigration aus der Sicht eines kleinen Mädchens zu verstehen, das nicht nur voller Sehnsucht und schmerzvoller Trennung ist, sondern die auch eine starke Liebe und Bindung zu ihrer Herkunft aufzeigt.

Im Buch wird auch die Abfahrt nach Deutschland erzählt, wo Giusi Vicenzino als Mädchen ihre augenblicklichen Gedanken beschreibt, die so schnell wie der rasende sie entfernende Zug sind, und die sie fragen lassen, ob irgend jemand jemals ihre Abwesenheit fühlen wird."



PS: Interessant ist der "Mantel" von Gogol über den Artikel.
Was für ein Zufall! Hier geht es zu meinem Mantel:
>>> "Ein Mantel aus Haus"

Montag, 19. Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse 2009


Für eine vergrößerte Darstellung Bilder anklicken.




Meine vielen kleinen Mamma Marias sind angekommen!


Frankfurter Buchmesse 16.10.2009: Die Bücherwand in der Gourmet Gallery. Ich bin die, die neben der Aubergine steht.









Meine Drei Lieblinge der Buchmesse.


Halle 3.0 Stand A 153









































































Und Abends wurde in einer netten kleinen
Runde unter anderem auch die Goldmedaille des GAD für den Grossen Larousse Gartronomique gefeiert.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Einen Gruß aus Sizilien von Maria






























Montag, 28. September 2009

Arrivederci Granita!


Granita könnte der Name einer Dame sein, der man im Sommer auf Sizilien begegnet ist und nun, wo der Sommer vorbei ist, leider auf Wiedersehen sagen muss. Auch wenn man(n) sie täglich will - sie ist kein weibliches Lebewesen.
Sie ist eiskalt und zergeht beim bloßen Anschauen. Man muss schnell sein, will man sie genießen.





















Jeden Morgen sind wir zur Bar gefahren, um sie zu bestellen. Entweder Mandelgranita oder Pistaziengranita (extrem gut!) mit Sahne und einer Brioche. Nun aber ist nicht nur der Sommer vorbei, sondern auch unser Aufenthalt auf Sizilien. Wir sind wieder da und ich habe einiges mitgebracht aus den Orten, wo wir waren: Pistazienzubereitungen aus Bronte, Süßspeisen aus Catania, Schokolade aus Modica, Johannisbrot aus Ferla, Mandelplätzchen aus Militello in Val di Catania und aber auch nicht nur Essenswertes, sondern auch Sehenswertes aus Siracusa, Noto, Taormina und Portrait- und Filmaufnahmen von Mamma Maria!


Das alles aber zu seiner Zeit...
Zuerst einmal "ankommen" und Granita zubereiten. Die letzte für dieses Jahr.

Granita die miennula

Mandelgranita



Für eine vergrößerte Ansicht Bild anklicken.

In meinem Kochbuch finden Sie ein Rezept für Granita aus Jasminblüten. Sie können nach dem gleichen Verfahren eine Mandelgranita zubereiten, indem Sie einfach die Mandelmilch aus meinem Kochbuch (das nun übrigens seit dem 20.09.09 im Handel erhältlich ist) dafür verwenden.